Wie geht es weiter mit unserem Bad

Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 25.03.2022

Naturbad als Perspektive

Die Zukunft des beliebten Freibads in Bodenburg bleibt weiterhin unklar / Zur Diskussion stehen jetzt verschiedene Möglichkeiten

 

Das Freibad in Bodenburg: Die Zukunft der in der Region beliebten Anlage bleibt weiter offen.Foto: Michael Vollmer

Von Michael Vollmer

 

Tausende Menschen haben schon im Freibad Bodenburg ihre Bahnen gezogen oder die Sonne genossen – was aber geschieht mit der Anlage? Diese Frage bleibt weiter offen. Doch es gibt Ideen: Ein Naturbad steht nun zur Diskussion.

Dass es um die Zukunft des Bades nach der Veröffentlichung eines Gutachtens 2021 nicht gut bestellt ist, liegt für den Vorstand des Fördervereins Freies Bad auf der Hand. Gut 1,5 Millionen Euro wurden für eine grundlegende Sanierung veranschlagt. Probleme macht den Fachleuten besonders die in die Jahre gekommene Technik. Kurzum: Auf lange Sicht sehen die Verantwortlichen bei einer Investition in Millionenhöhe keine Überlebenschance für das in der Region beliebte Bad.

Der Verein hat sich trotz der schlechten Prognose Gedanken darüber gemacht, wie die Anlage dauerhaft gesichert werden kann. So wurde ein Fachbeirat ins Leben gerufen, der sich seit Monaten intensiv mit dem Thema auseinandersetzt. In dem Team kümmert sich Jens Kalkmann um technische Fragen. Der Bodenburger erinnert daran, dass das Bad schon einmal kurz vor dem Aus stand. Nach der Rettung hat es über Jahre mit Unterstützung des Freien Bades funktioniert. „Eine Sanierung ist unbezahlbar“, sagte Jens Kalkmann in der vergangenen Mitgliederversammlung. Und wie lässt sich das Problem in den Griff bekommen? „Wir sehen eine gute Chance, wenn wir den Badegästen ein anderes Angebot unterbreiten und ein Naturbad oder eine Badestelle entwickeln. Wenn alle Bäder ein gleichartiges Angebot machen, ist das eher langweilig“, so Kalkmann.

Mit einer attraktiven Abendgastronomie könnte zum Beispiel gepunktet werden. „Für viele spielen auch die Öffnungszeiten eine Rolle. Wenn andere Bäder zu haben, könnten sich zum Beispiel Mountainbiker in Bodenburg nach einer anstrengenden Tour erfrischen.“ Den Bodenburgern sei natürlich bewusst, dass die Gestaltung des bisher mit Chlor betriebenen Bades in ein naturnahes Badeerlebnis einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Eine Machbarkeitsstudie, die die Bäder GmbH in Auftrag geben will, soll nun Fakten liefern. Der Verein selbst steht bereits in Verbindung mit Planern, die sich auf Naturbäder spezialisiert haben.

Große Sorgen macht dem Vorstand jedoch die Übergangszeit. „Davor haben wir Angst“, so Kalkmann. Es könne nicht sein, in der Zeit 900 oder 1000 Mitglieder zu verlieren. „Das Bad stärkt die Stadt in ihrer Vielfalt.“ Deshalb sei es für den Verein bedeutend, gerade für die Übergangszeit eine Unterstützung und eine Willenserklärung für den Betrieb des Bades über das eine Jahr hinaus von der Stadt zu erhalten.

Aktuell bereitet den Förderern des Bades zudem das Planschbecken große Probleme. Es durfte im vergangenen Jahr aus hygienischen Gründen nicht benutzt werden, da ein Anschluss an die Umwälzanlage fehlt. Der Vorstand hat vorgeschlagen, in der Übergangsphase Wasserspiele zu installieren. „Damit kann die Attraktivität gesteigert werden. Es geht auch darum, die Familien zu halten. Das ist ein wichtiger Punkt“, so Kalkmann. Die Mitglieder stimmten abschließend dafür, rund 36000 Euro für die Wasserobjekte auszugeben. Die Bäder GmbH gibt einen Zuschuss in Höhe von 6000 Euro dazu. „Ein Umsetzen der Figuren ist möglich.“ Kritik richteten die Bodenburger an die Stadt, die die umfangreiche Vereinsarbeit zu wenig beachte.

Kai Schwetje erklärte in seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied der Bäder GmbH, dass die Öffnung der Anlage Bades für die kommende Saison gesichert ist. Die Zeit sollte genutzt werden, um darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll. Schwetje berichtete von einem Schreiben der Stadt an den Verein, in dem die Ausgabe von über 30 000 Euro wirtschaftlich kritisch gesehen wird. Denn eine Garantie für eine dauerhafte Öffnung gebe es nicht. „Wir zeigen, dass wir ein großer Verein sind und das Risiko eingehen“, meinte Kassenwart Thomas Maiwald. Der Verein ist sich einig darüber, dass es sich keinesfalls um eine verlorene Investition handelt. Ziel sei es, das Bad langfristig zu erhalten und vielleicht sogar zu übernehmen. Geplant ist, die Saison 2022 am Pfingstwochenende zu eröffnen.